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Landkreis Cham
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Der Landkreis Cham [] ist der Ăśstlichste Landkreis des Regierungsbezirks Oberpfalz in Ostbayern.

Contents

• Geografie
• Raumordnung
• Geschichte
• Bis 1800
• Landgerichte
• Landkreise
• Politik
• Kreistag
• Wappen
• Wirtschaft
• Verkehr
• Gemeinden
• Personen
• Sonstiges
• Siehe auch
• Weblinks

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Geografie

Das Kreisgebiet gehört fast völlig den Großlandschaften des Oberpfälzer und des Bayerischen Waldes an, die hier durch die Cham-Further Senke voneinander getrennt werden. Der Fluss Regen durchzieht den Kreis von Südosten nach Westen. Eine geologische Besonderheit ist der so genannte Pfahl, eine kristalline Verwerfung längs durch den gesamten Bayerischen Wald. Das Kreisgebiet liegt in seiner Gesamtheit im Naturpark Oberer Bayerischer Wald, welcher zudem noch einen Teil des Landkreises Schwandorf umfasst.

Mit einer Fläche von 1511,87 km² nimmt der Landkreis Cham unter den 71 Landkreisen Bayerns die fßnfte Stelle, unter den sieben Landkreisen der Oberpfalz die erste Stelle ein. Die durchschnittliche Fläche der bayerischen Landkreise beträgt 985 km².

Raumordnung

Der Landkreis ist der Planungsregion 11 (Regensburg) zugeordnet. Er ist Fördergebiet nach den bayerischen regionalen Förderprogrammen, der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ und Ziel 3-Fördergebiet der Europäischen Union. Auf einer Länge von 71,6 Kilometern grenzt der Landkreis Cham im Osten an den tschechischen Bezirk Pilsen (Plzeňský kraj) an. Die Region ist deshalb Fördergebiet nach den europäischen INTERREG und PHARE-Programmen.

Nachbarkreise

Der Landkreis grenzt gegen Uhrzeigersinn (im Norden beginnend) an die Landkreise Schwandorf, Regensburg, Straubing-Bogen und Regen. Im Nordosten und Osten grenzt er an Tschechien.

BrĂźcke zum Osten

Mit ca. 70 km Grenze zu Tschechien kommt dem Landkreis Cham eine Brückenfunktion zum Osten zu. Eine Rolle spielt dabei die Begegnung der Menschen, die sich in Partnerschaften und Einrichtungen wie dem grenzüberschreitenden Wallfahrts-, Begegnungs- und Umweltbildungszentrum „Haus zur Aussaat“ Neukirchen b.Hl.Blut oder der Jugendbildungsstätte Waldmünchen äußert. Um die Herausforderungen der Osterweiterung der Europäischen Union zu bewältigen, werden gemeinsame Projekte wie in den kommunalen Aktionsbündnissen „Künisches Gebirge“ und „Cerchov“ durchgeführt.

Geschichte

Bis 1800

Die belegbare Geschichte im Gebiet des heutigen Landkreises Cham beginnt im Jahr 748. Das Regensburger Kloster St. Emmeram gründete die „Cella“, die Urpfarrei in Chammünster. Sitz der weltlichen Herrschaft der Mark Cham waren zunächst die Königshofbezirke Cham und Roding. Die im Jahr 976 als „civitas chamma“ erwähnte Reichsburg Cham mit den umliegenden Burgen Runding, Haidstein, Chamerau und Wetterfeld war militärischer Mittelpunkt der Mark an der Grenze zu Böhmen.

In das elfte Jahrhundert fielen zahlreiche OrtsgrĂźndungen; im zwĂślften Jahrhundert wurden im Regental die bedeutenden KlĂśster Reichenbach und Walderbach gegrĂźndet, die bis zur Reformation die Besiedlung der Umgebung vorantrieben. Nach 1667 wurden sie zu Wegbereitern der Rekatholisierung der Oberpfalz.

In den Hussitenkriegen im 15. Jahrhundert war das Grenzland besonders betroffen, der Further Drachenstich greift dieses Thema in einem Festspiel auf. Thema eines Freilichtspiels (Trenck der Pandur vor Waldmünchen) ist auch der Österreichische Erbfolgekrieg von 1741 bis 1745.

Landgerichte

Mit der Verwaltungsreform 1803 entstanden im heutigen Kreisgebiet Cham die Landgerichtsbezirke Cham, (mit dem weiteren Landgerichtsbezirk Furth im Wald), KÜtzting, Roding und Waldmßnchen, die alle bis 1817 zum Regenkreis gehÜrten. Dann kamen Cham und Furth sowie KÜtzting zum Unterdonaukreis, während Waldmßnchen und Roding beim Regenkreis (der späteren Oberpfalz) verblieben. 1838 wurden auch die Landgerichte Cham und Furth dem nunmehrigen Kreis Oberpfalz und Regensburg zugeteilt, während das Landgericht KÜtzting allein beim nunmehrigen Kreis Niederbayern verblieb. Gleichzeitig entstand 1838 aus einigen Gemeinden des Landgerichtsbezirks Roding das neue Landgericht Nittenau und 1852 noch ein weiteres Landgericht Falkenstein, das jedoch 1879/80 wieder aufgelÜst wurde.

Bezirksämter

Das Bezirksamt Cham wurde im Jahr 1862 durch den Zusammenschluss der Landgerichte älterer Ordnung Cham und Furth i.Wald gebildet.cite-ref-2[2] Ebenso wurden die Landgerichte KÜtzting und Neukirchen b.Hl.Blut zum Bezirksamt KÜtzting sowie die Landgerichte Falkenstein, Nittenau und Roding zum Bezirksamt Roding zusammengefasst, während das Bezirksamt Waldmßnchen dem Landgericht Waldmßnchen folgte.

Am 1. Juli 1904 wurde die Gemeinde SengenbĂźhl des Bezirksamtes KĂśtzting ins Bezirksamt Cham umgegliedert.

Landkreise

Am 1. Januar 1939 wurde wie ßberall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingefßhrt.cite-ref-3[3] So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Cham, KÜtzting, Roding und Waldmßnchen.

Im Jahr 1946 erhielt der Landkreis Waldmünchen die Gemeinde Ried bei Gleißenberg vom Landkreis Cham. Sie wurde nach Gleißenberg eingemeindet.

Landkreis Cham

Im Zuge der Gebietsreform wurde am 1. Juli 1972 ein neuer, deutlich größerer Landkreis Cham aus den folgenden Bestandteilen gebildet:cite-ref-4[4]

• der gesamte alte Landkreis Cham;
• der aufgelöste Landkreis Kötzting mit Ausnahme der Gemeinde Lohberg; diese wurde zunächst dem Landkreis Regen zugeordnet, kam aber im Mai 1978 ebenfalls zum Landkreis Cham;
• der aufgelöste Landkreis Roding mit Ausnahme der Gemeinden Bleich, Bruck in der Oberpfalz, Fischbach, Kaspeltshub und Nittenau, die zum neuen Landkreis Schwandorf kamen;
• der aufgelöste Landkreis Waldmünchen;
• die Gemeinden Großenzenried, Hillstett und Pillmersried des aufgelösten Landkreises Neunburg vorm Wald;
• die Gemeinde Rettenbach des Landkreises Regensburg.

Am 1. Mai 1978 wechselte die Gemeinde Niederndorf aus dem Landkreis Cham in den Landkreis Regen und wurde nach Arnbruck eingemeindet. Im Gegenzug wechselte die Gemeinde Wettzell aus dem Landkreis Regen in den Landkreis Cham und wurde in die Stadt KĂśtzting eingemeindet.

Der Landkreis Cham erreichte damit wieder annähernd den historischen Gebietsumfang der alten Markgrafschaft Cham. Das Gebiet des Landkreises Kötzting wechselte damit von Niederbayern in die Oberpfalz. Heute ist der Landkreis Cham der flächengrößte Landkreis in der Oberpfalz und fünftgrößter in ganz Bayern.

Mit dem Beitritt des Nachbarlandes Tschechien zur Europäischen Union am 1. Mai 2004 wurde die jahrzehntelange Abschottung nach Osten endgßltig ßberwunden.

Am 25. Mai 2009 erhielt der Landkreis den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Einwohnerentwicklung

Von 1988 bis 2008 wuchs der Landkreis Cham um ßber 7000 Einwohner bzw. um rund sechs Prozent. Seit 2003 war die Tendenz nach einem HÜchststand von rund 131.600 Einwohnern rßckläufig. 2014 und 2015 konnte jedoch erstmals wieder ein BevÜlkerungszuwachs verzeichnet werden.cite-ref-6[6] Zwischen 1988 und 2018 wuchs der Landkreis von 121.981 auf 127.882 um 5.901 Einwohner bzw. um 4,8 %.

Der westliche Landkreis profitiert deutlich mit Einwohnerzuwächsen teils zwischen 20 und 44 % im Zeitraum 1988 bis 2018, während der Üstliche Landkreis, insbesondere am Grenzsaum, teils Verluste bis 16 % in diesem Zeitraum verzeichnete.

Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987:

Der Landkreis Cham liegt unter allen 294 Landkreisen Deutschlands auf Platz 56 hinsichtlich der Fläche und Platz 198 bezogen auf die Einwohnerzahl (Stand: 31. Dezember 2019).

Politik

Der Landkreis Cham ist neben den politischen Parteien traditionell stark geprägt durch zahlreiche regionale Wählergemeinschaften.

Kreistag

Der Kreistag des Landkreises Cham besteht aus 60 Mitgliedern sowie dem Landrat. Die Kommunalwahl am 15. März 2020 ergab die in den Diagrammen dargestellte Stimm- und Sitzverteilungcite-ref-7[7]cite-ref-8[8]cite-ref-9[9]:

| Parteien und Wählergemeinschaften | Parteien und Wählergemeinschaften | 2020 | 2020 | 2014 | 2014 | 2008 | 2008 | 2002 | 2002 | 1996 | 1996 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Parteien und Wählergemeinschaften | Parteien und Wählergemeinschaften | % | Sitze | % | Sitze | % | Sitze | % | Sitze | % | Sitze |
| CSU | Christlich-Soziale Union in Bayern | 29,6 | 18 | 34,3 | 21 | 35,9 | 23 | 40,1 | 26 | 36,4 | 23 |
| FW | Freie Wähler Bayern | 11,1 | 7 | 8,4 | 5 | – | – | – | – | – | – |
| GLLW | Gemeinsame Liste des ehemaligen Landkreises Waldmünchen | 8,9 | 5 | 10,0 | 6 | 11,0 | 7 | – | – | – | – |
| HBL | Hohenbogenliste | 7,2 | 4 | 8,4 | 5 | 8,4 | 5 | 8,5 | 5 | 7,4 | 4 |
| FWSL | Freie Wähler von Stadt und Land | 6,4 | 4 | 9,8 | 6 | 11,1 | 7 | 8,1 | 5 | 8,7 | 5 |
| SPD | SPD Bayern | 6,1 | 4 | 8,1 | 5 | 9,7 | 6 | 10,8 | 6 | 14,5 | 9 |
| FCWG | Freie Christliche Wählergemeinschaft – Sammlung der Mitte | 6,1 | 4 | 7,9 | 5 | 7,9 | 5 | 7,3 | 4 | 7,5 | 5 |
| AfD | AfD Bayern | 5,6 | 3 | – | – | – | – | – | – | – | – |
| GrĂźne | GrĂźne Bayern | 5,2 | 3 | 4,2 | 2 | 4,6 | 2 | 3,2 | 2 | 4,5 | 2 |
| Grenzfahne | Grenzfahne | 5,0 | 3 | 6,1 | 4 | 5,6 | 3 | 5,8 | 3 | 7,0 | 4 |
| JL | Junge Liste | 3,8 | 2 | – | – | – | – | – | – | – | – |
| ÖDP | Ökologisch–Demokratische Partei | 2,4 | 1 | 2,3 | 1 | 1,7 | 1 | 2,1 | 1 | – | – |
| FDP | FDP Bayern | 1,6 | 1 | – | – | – | – | – | – | – | – |
| Linke | Die Linke Bayern | 1,1 | 1 | – | – | – | – | – | – | – | – |
| REP | Die Republikaner | – | – | – | – | 3,1 | 1 | 2,0 | 1 | 1,6 | 1 |
| GL | Gemeinsame Liste – Grenzlandunion und Parteilose Wählergruppe | – | – | – | – | – | – | 11,2 | 7 | 10,6 | 6 |
| BP | Bayernpartei | – | – | – | – | – | – | – | – | 1,8 | 1 |
| gesamt | gesamt | 100,1 | 60 | 99,5 | 60 | 99,0 | 60 | 99,1 | 60 | 100,0 | 60 |
| Wahlbeteiligung | Wahlbeteiligung | 67,1 % | 67,1 % | 65,6 % | 65,6 % | 68,2 % | 68,2 % | 73,7 % | 73,7 % | 76,8 % | 76,8 % |

CSU, GLLW, HBL, Grenzfahne und Junge Liste bildeten nach der Wahl 2020 eine Fraktionsgemeinschaft und verfĂźgen mit 32 Sitzen Ăźber die absolute Mehrheit im Kreisrat. Ferner bildeten FWSL, FCWG und FW eine Fraktionsgemeinschaft. FDP und Die Linke schlossen sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen.cite-ref-11[11]

Bezirksamtmänner/-oberamtmänner und Landräte

Seit dem 20. Juli 2010 ist Franz LÜffler (CSU) Landrat des Landkreises Cham. Bei der Stichwahl zur Landratswahl am 18. Juli 2010 wurde er mit einem Stimmenanteil von 50,3 Prozent bei einer Wahlbeteiligung von 38,6 Prozent erstmals direkt in dieses Amt gewählt. LÜffler ist der dritte Landrat des Landkreises Cham seit der Gebietsreform von 1972. Erster Landrat des damals neu geordneten Landkreises wurde der Landrat des ehemaligen Landkreises Roding, Ernst Girmindl.cite-ref-12[12] Alle Chamer Landräte wurden seither von der CSU gestellt.

| Name | von | bis |
|---|---|---|
| Wilhelm Salb | 1904 | 1928 |
| Pankraz Habruner | 1929 | 1933 |
| Joseph Scholz | 1933 | 1942 |
| Gregor Hartl | 1942 | 1945 |
| Josef Winkler | 1948 | 1959 |
| Max Fischer (CSU) | 1959 | 1972 |
| Ernst Girmindl (CSU) | 1972 | 1996 |
| Theo Zellner (CSU) | 1996 | 2010 |
| Franz LĂśffler (CSU) | 2010 | heute |

Wappen

Landkreispartnerschaften

• Deutschland Bautzen, Deutschland; seit 1992
• Seit 1983 besteht eine Partnerschaft mit dem Lichtenrader Volkspark in Berlin-Lichtenrade.

Wirtschaft

Der Landkreis verfßgt ßber eine breit gefächerte mittelständische Wirtschaftsstruktur in Handwerk, Handel, Industrie und Dienstleistung. Die Palette reicht vom traditionellen holzverarbeitenden Betrieb bis zum High-Tech-Unternehmen in den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik, Kunststofftechnologie und Mechatronik. Insgesamt haben rund 9000 Unternehmen ihren Standort im Landkreis Cham, darunter einige mit ßber 1000 Mitarbeitern.

Netzwerke wie der Aktionskreis „Lebens- und Wirtschaftsraum Landkreis Cham e. V.“ oder regionale Cluster in den Bereichen Mechatronik und Holz/Forsten prägen die Zusammenarbeit.

Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Platz 266 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko Mix“ für die Zukunft.cite-ref-14[14] Um die Digitalisierung der Region zu fördern, wurde im Landkreis Cham unter anderem ein Gründerzentrum eingerichtetcite-ref-15[15] und ein Eigenbetrieb für digitale Infrastruktur gegründet, der mit Bundes- und Landesfördermitteln ein kreisweites Glasfasernetz errichtet und verpachtet.cite-ref-16[16]

Verkehr

Fernstraßen

Der Landkreis ist durch die Bundesstraßen Bundesstraße 16 (Ingolstadt–Regensburg–Nittenau–Roding), Bundesstraße 20 (Straubing–Furth im Wald), Bundesstraße 22 (Bayreuth–Weiden–Oberviechtach–Cham) und Bundesstraße 85 (Amberg–Schwandorf–Passau) an das Bundesfernstraßennetz angeschlossen. Die nächstliegenden Autobahnen sind die A 3 (Nürnberg–Regensburg–Passau), A 93 (Regensburg–Schwandorf–Weiden–Hof) und A 92 (München–Landshut–Deggendorf). Als einer der wenigen Landkreise in Bayern wird der Landkreis Cham nicht von einer Autobahn durchzogen, jedoch sind die Bundesstraßen meist ausgebaut, teils mit längeren drei- oder vierspurigen Streckenabschnitten.

Kreisstraßen

→

Hauptartikel

:

Liste der Kreisstraßen im Landkreis Cham

Bus- und Bahnverkehr

Die Hauptverkehrsader des Schienennetzes im Landkreis ist die Bahnstrecke Schwandorf–Cham–Furth im Wald (–Pilsen), die 1861 von der AG der Bayerischen Ostbahnen bis zur Landesgrenze erbaut wurde. Von Schwandorf aus sind Umsteigemöglichkeiten in Richtung Weiden, Nürnberg oder Regensburg, bzw. München, möglich.

Die Bayerischen Staatseisenbahnen machten den Bahnhof Cham mehr als dreißig Jahre später zum Ausgangspunkt zweier Lokalbahnen:

• 1892 nach Miltach–Kötzting und
• 1895 nach Waldmünchen.

Von der erstgenannten wurde 1905 in Miltach mit der Vollendung der Bahnstrecke Straubing–Miltach eine Querverbindung ins Donautal nach Straubing hergestellt, während die Fortsetzung von Kötzting nach Lam bereits 1893 durch die AG Lokalbahn Lam–Kötzting zustande kam. Schließlich machte die Regentalbahn (RAG) im Jahre 1928 den Bahnhof Blaibach zum Ausgangspunkt einer Strecke nach Viechtach, wodurch die Bahnstrecke Gotteszell–Blaibach vollendet wurde. Unabhängig von dem so entstandenen Eisenbahnnetz erhielt durch die Bayerischen Staatseisenbahnen der Markt Falkenstein 1913 eine Linie von Regensburg her und die Stadt Rötz 1915 von Bodenwöhr Nord über Neunburg vorm Wald (s. u.).

Die Länderbahn betreibt neben den Alex-Zügen von Nürnberg und München über Schwandorf–Cham–Furth nach Prag mit der „Oberpfalzbahn“ auch den Personenverkehr auf dem gesamten Netz von 109 km. 32 km Lokalbahnen sind 1969, 1984 bzw. 1991 stillgelegt worden:

• 1969: Bodenwöhr Nord–Hillstett–Rötz (fünf Kilometer)
• 1984: Regensburg–Wutzlhofen–Roßbach–Wald–Falkenstein (17 km) und Miltach–Altrandsberg–Straubing (sieben Kilometer)
• 1991: Viechtach–Blaibach (drei Kilometer)

Die Angaben in Klammern () beziehen sich auf die Streckenlänge im Kreisgebiet.

Im Jahre 2002 wurden die Schienenverbindungen der Oberpfalzbahn in den bereits bestehende Verkehrsgemeinschaft Landkreis Cham integriert. Damit existiert im Landkreis ein Verkehrsverbund mit einheitlichen Tarifen in allen Bussen und ZĂźgen.

Seit Mai 2008 ist der Landkreis Cham Ăźber die erste deutsch-tschechische Buslinie Bayerns mit dem tschechischen Nachbarbezirk Pilsen verbunden.

Gemeinden

→

Hauptartikel

:

Liste der Gemeinden im Landkreis Cham

(Einwohnerzahlen vom 31. Dezember 2024cite-ref-17[17])

Gemeinden des Landkreises vor der Gebietsreform 1971/1978

Vor der Gebietsreform hatte der Landkreis Cham 38 Gemeinden.cite-ref-ovb1961-18-0[18] Die Gemeinden, die es heute noch gibt, sind fett geschrieben, alle genannten Gemeinden haben den Landkreis nicht gewechselt:

| frĂźhere Gemeinde | heutige Gemeinde |
|---|---|
| Altenmarkt | Cham |
| Arnschwang | Arnschwang |
| Cham , Stadt | Cham |
| ChammĂźnster | Cham |
| Dalking | Weiding |
| Engelsdorf | Pemfling |
| Furth im Wald , Stadt | Furth im Wald |
| Grafenkirchen | Pemfling |
| Habersdorf | Waffenbrunn |
| Haderstadl | Cham |
| Kolmberg | Waffenbrunn |
| Loibling | Cham |
| Neuhaus | Schorndorf |
| Niederrunding | Runding |
| Nößwartling | Arnschwang |
| Obernried | Waffenbrunn |
| Obertraubenbach | Schorndorf |
| Pemfling | Pemfling |
| Penting | Schorndorf |
| Pitzling | Pemfling |
| Ränkam | Furth im Wald |
| Raindorf | Runding |
| Rhanwalting | Waffenbrunn |
| Runding | Runding |
| Sattelbogen | Traitsching |
| Sattelpeilnstein | Traitsching |
| Schachendorf | Cham |
| Schorndorf | Schorndorf |
| SengenbĂźhl | Furth im Wald |
| Thierling | Schorndorf |
| Thierlstein | Cham |
| Traitsching | Traitsching |
| Vilzing | Cham |
| Waffenbrunn | Waffenbrunn |
| Walting | Weiding |
| Weiding | Weiding |
| Willmering | Willmering |
| Windischbergerdorf | Cham |

Mehrere bevĂślkerungsarme Gemeinden wurden am 1. Januar 1946 eingemeindet:

• Atzenzell und Obergoßzell in die Gemeinde Sattelbogen
• Birnbrunn in die Gemeinde Sattelpeilnstein
• Chameregg, Gutmaning und Hof b. Cham in die Gemeinde Chammünster
• Grabitz in die Stadt Furth im Wald
• Hötzing in die Gemeinde Schorndorf
• Kager in die Gemeinde Pemfling
• Katzberg in die Stadt Cham
• Loifling in die Gemeinde Traitsching
• Ried bei Gleißenberg in die Gemeinde Gleißenberg im Landkreis Waldmünchen

Schutzgebiete
Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einfßhrung der bis heute gßltigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen CHA zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Bis in die 1990er Jahre erhielten Fahrzeuge aus den Altkreisen besondere Erkennungsnummern:

| Gebiet | Buchstaben | Zahlen |
|---|---|---|
| Altkreis Cham | A bis Z | 1 bis 999 |
| Altkreis Cham | AA bis JZ | 1 bis 999 |
| Altkreis KĂśtzting | KA bis PZ | 1 bis 999 |
| Altkreis Roding | RA bis VZ | 1 bis 999 |
| Altkreis WaldmĂźnchen | WA bis ZZ | 1 bis 999 |

Seit dem 10. Juli 2013 sind durch die Kennzeichenliberalisierung auch die Unterscheidungszeichen KÖZ (Bad Kötzting), ROD (Roding) und WÜM (Waldmünchen) erhältlich.

Personen

Siehe auch

:

Liste der EhrenbĂźrger von Cham

Sonstiges

Eine beliebte Homonym-Wortspielerei, die mit dem Kreis zu tun hat, ist der Satz Als ich grad nach Cham kam, war der Zug nach Furth furt (fort). Die betreffende Eisenbahnlinie liegt im Kreisgebiet.

Siehe auch
Weblinks

Commons

: Landkreis Cham

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

• Homepage
• Literatur von und über Landkreis Cham im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
• Landkreis Cham: Amtliche Statistik des Bayerischen Landesamtes für Statistik

Einzelnachweise

cite-note-metadaten-einwohnerzahl-de-by-11. Einwohnerzahlen – Stand: 31. Dezember 2024. (PDF; 4,1 MB) Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke in Bayern – Basis: Zensus 2022. In: statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Statistik, Juni 2025, abgerufen am 15. August 2025 (Hilfe dazu).
cite-note-22. ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 439.
cite-note-33. ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 97.
cite-note-44. ↑ Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte vom 27. Dezember 1971
cite-note-52. Archivierte Kopie (Memento vom 22. September 2021 im Internet Archive) Datenbank Zensus 2011, Kreis Cham, Alter und Geschlecht
cite-note-66. ↑ Einwohner in den letzten 6 Jahren. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 3. Februar 2017; abgerufen am 3. Februar 2017.
cite-note-77. ↑ Ergebnis der Kreistagswahl 2020 im Landkreis Cham, abgerufen am 19. September 2020
cite-note-88. ↑ Endgültiges Ergebnis der Kommunalwahl 2020 in Bayern. Abgerufen am 22. Juli 2025.
cite-note-99. ↑ Bayern. Abgerufen am 22. Juli 2025.
cite-note-103. Landkreis Freyung-Grafenau, Wahl des Kreistags 2020 Gesamtergebnis
cite-note-1111. ↑ Website Landkreis Cham – Kreisrat, abgerufen am 19. September 2020
cite-note-1212. ↑ Landkreis Cham: ehemalige Landräte des Landkreises Cham seit 1972 (Memento vom 2. Januar 2011 im Internet Archive)
cite-note-wappen-134. Wappen des Landkreises Cham in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
cite-note-1414. ↑ Zukunftsatlas 2016. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 2. Oktober 2017; abgerufen am 23. März 2018.
cite-note-1515. ↑ Gerlinde Wiesmüller: Roding: Gründerzentrum ist Sprungbrett. In: Chamer Zeitung. Abgerufen am 28. Februar 2020.
cite-note-1616. ↑ Vodafone wird Breitbandpartner des Landkreises Cham. In: BR24. 21. Februar 2020, abgerufen am 28. Februar 2020.
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